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Specht - Baum

Totholz

Die Spechte brauchen Bäume, denn sie sind die Wohn- und Bruthöhlenbauer des Waldes. Sie hämmern immer mehrere Höhlen wovon jedoch nur eine für die Jungenaufzucht verwendet wird. Um ihre Häuser bauen zu können, brauchen sie alte oder morsche Bäume. Für andere Tiere wie das Eichhörnchen, den Marder oder ander Vögel sind die unbenutzten Höhlen sehr wichtig. Diese werden in Windeseile bezogen um selbst dort ihre Jungen aufzuziehen oder zu überwintern. Somit wäre es um viele Arten wie die Kohlmeise, den Kleiber, Hornissen oder Fledermäuse schlecht bestellt, wenn es die Spechte nicht geben würde.

Die meisten unserer heimischen Spechte suchen in alten Bäumen nach Nahrung wie zum Beispiel nach Käfer- oder Ameisenlarven, die oft hinter der Baumrinde oder im Holz versteckt sind. Um an die Leckerbissen zu kommen, hinterlassen die Spechte dabei charakteristische Spuren. Beim Entrinden heben die Spechte einfach die Rinde von toten oder kranken Bäumen auf und entdecken jede Menge Käfer. Um an die Larven, die tiefer im Holz leben, zu kommen, hinterlassen vor allem der Schwarz- und der Buntspecht richtige Hackspuren in morschen Baumstümpfen. Der Grau- und Grünspecht dagegen suchen im Boden nach Ameisennestern und stochern dort nach Nahrung.

Somit gibt es mehr Arten in alten Bäumen als in jungen. Alte Bäume sind sehr wichtig für die Biodiversität /Artenvielfalt und der größte Käfer Europas, der Hirschkäfer, fühlt sich in Wäldern mit viel Altbaumbestand sehr wohl. Die Spechte sind auf alte Bäume und Totholz angewiesen, da sie ihnen Lebensräume und Nahrung bieten.

Aber nicht nur Tiere profitieren von totem Holz sonder auch ganz viele Pilze und Mikroorganismen. Denn sie zersetzen den Baum und regulieren somit auch den Wasserhaushalt der Böden. Ca. 20-50 % aller im Wald vorkommenden Pilze, Flechten, Moose, Schnecken, Käfer, Vögel und Säuger sind auf das Vorhandensein von Totholz angewiesen. Aber hier ist es auch entscheidend ob das tote Holz liegt oder steht. Stehendes Totholz wird von wärmeliebenden Insekten zur Entwicklung der Larven bevorzugt. Liebendes Holz wird durch den Bodenkontakt schneller abgebaut.

Das Abbauen von totem Holz passiert vor allem durch Pilze. Diese nutzen die Bäume als Nahrungsquelle und sorgen dafür, dass das Holz wieder dem Nährstoffkreislauf und der Bodenbildung zugeführt wird. Sie sind richtige Recycler und erst durch sie können andere Tier- und Pflanzenarten das tote Holz verwenden.

Tafel gesponsert von:
Waltraud Leitner